Die weitere Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn kann und wird nach Aussage von Erzbischof Udo Markus Bentz nur mit externer Beteiligung gelingen. Die am Donnerstag vorgestellte Missbrauchs-Studie der Universität Paderborn habe bestätigt, dass es beim Missbrauch in der Kirche nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um institutionelles Versagen gehe, so Bentz am Freitag vor Medienvertretern in Paderborn.
Die gut 700 Seiten starke Studie werde vom Erzbistum und von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission unter Leitung von Oberstaatsanwältin Birgit Cerullies durchgearbeitet. Mit den Erkenntnissen solle die bisherige Aufarbeitung kritisch abgeglichen werden. Eine vertiefte Bewertung und mögliche Folgen sollen im späten Frühjahr formuliert werden.
Gleichzeitig bat Bentz „persönlich um Verzeihung – im Namen der Kirche von Paderborn“, auch wenn er wisse, dass die Kirche sich nicht von allen Betroffenen Verzeihung erhoffen könne. Bentz rief weitere Betroffene sexualisierter Gewalt auf, sich zu melden. Von Sonntag bis Dienstag soll die Studie an drei Orten im Erzbistum – in Dortmund, Schmallenberg und Rheda – durch Bistums- und Betroffenenvertreter vorgestellt werden.
