Unsere Ziele

Projektziele und Zielgruppen

Erfahrungsaustausch von ehemaligen Heimkinder in der Städteregion.

Wir sind Ansprechpartner für ehemalige Heimkinder, die Ihre individuellen Erfahrungen in den Heimen der Städteregion Aachen gehabt haben, die traumatische Erlebnisse, Misshandlungen oder sexuellen Missbrauch erfahren mussten und sich darüber in einem geschützten Umfeld austauschen möchten.

Unter der fachlichen Leitung des Kinderschutzbundes würden uns Frau Wessels , Dipl Päd. Mediatorin als Projektmanagerin, und Professor Deller  (Supervisor) zur Seite stehen.

Die Gruppe richtet sich an alle, die sich gegenseitig unterstützen wollen, Erfahrungen darüber austauschen wollen, mehr darüber wissen wollen, sich vernetzen wollen!
Die Einladung richtet sich auch an alle Unterstützer, die Betroffene* der Heimerziehung.

Beratungs- und Gesprächszeiten nach Vereinbarung.  Tel. 02405 426831.

Sprechen sie gerne auf den Anrufbeantworter, wir rufen sie umgehend zurück.

Wir sind in der angemieteten Örtlichkeit täglich telefonisch zu erreichen.

Wir werden wiederkehrende Gespräche und Gesprächskreise anbieten.

Hilfe bei Alltägliche Problemen, Treffen, Besuche, auch Privater Dinge, Ängste, usw. Begleitung zu Behörden und ggfs. LVR.

Begleitende Sozialarbeiter, die mit Abstand auf die Heimthematik und sexuellen Missbrauch schauen, stehen zur Beratung und Gesprächskreisen zur Verfügung um Hilfestellung im Alltag zu geben. Insbesondere im Bereich Hartz IV , Wohnung, Betreuung und Pflege, Rente, Grundsicherung, Ehe bzw. Scheidungsproblematik.

Weitere Angebote können sein:

Besuche der Ehemaligen Heime bzw. Erinnerungssorte können in kleinen Gruppen organisiert werden.

Mithilfe bei Aufarbeitung, Akten und Foto, Recherchen

Darstellung und Angebot von Hilfen u.a. auch im Internet mit eigener Homepage Pflege des Internetauftritts/Homepage

Pressearbeit, Veröffentlichungen.

Austausch und Kooperation mit anderen Selbsthilfegruppen und LVR.

Über uns

Seit nun mehr als 8 Jahren (April 2012) kämpfen wir um Anerkennung als Selbsthilfegruppe ehemaliger Heimkinder beim LVR. Nun ist es endlich geschafft.

Motivation

Jenseits der Sechziger Jahre eines Menschen beginnt die Zeit der Rechenschaft. Pläne können nicht mehr aufgeschoben, Versäumnisse immer seltener nachgeholt, Versprechen müssen eingelöst oder für immer gebrochen werden. Die Psychologie sagt, dass in diesem Alter jahrzehntelang gehütete Lebenslügen aufbrechen, Traumata zurück ins Bewusstsein drängen, verschüttete Ängste wieder zum Vorschein kommen so auch die längst verdrängten Themen der Kindheit.

Das Thema Heimerziehung und ihre Auswirkungen wurde in den Medien in den letzten Jahren eindringlich bearbeitet. Für eine*n Betroffene*n können die Erinnerungen an die Heimerziehung immer stärker werden, man kann sich ihnen immer weniger entziehen. Man kommt an den Punkt die Auseinandersetzung mit diesem Teil seiner Geschichte zu suchen. Aber nicht für alle ist entschieden, ob sie das wirklich wollen.

Sie könnten mit Heimleitern, Sozialarbeitern, Diakonissen, Nonnen oder mit Pfarrer und Priestern reden. Das sind die Menschen, die nie mit ihnen geredet haben – von denen sie Anweisungen, Befehle erhalten haben. Sie, die eigentlich sich selbst rechtfertigen müssen für ihre Pädagogik, erscheinen als diejenigen, vor denen Betroffene sich erklären sollen.  Betroffene stehen manchmal fassungslos fragend da, Entschuldigungen entgegen zu nehmen von Leitern und Vertretern von Institutionen, die gleichzeitig die Täter abschirmen und in deren Archiven nichts mehr über die eigene Geschichte zu finden ist. Sie geraten in die Lage, Nachweise führen zu sollen gegenüber denen, die Unterlagen verborgen halten oder diese nicht aufbewahren konnten.

Nach jahrzehntelangem Tabu, Scham und Schweigen ist es jetzt nicht zuletzt wegen der veränderten öffentlichen Aufmerksamkeit langsam möglich über das zu sprechen, was ehemaligen Heimkindern in den Kinderheimen widerfahren ist. Das Aufwachsen in Lieblosigkeit und kalter Strenge, die Erfahrung von Gewalt, Misshandlungen und Missbrauch, schwerer Arbeit und vorenthaltener Bildung hat bei vielen lebenslange Folgen hinterlassen.

Wir möchten daher einen Beitrag leisten, die Isolation und das Unverstanden sein, das viele der Betroffenen empfinden, zu durchbrechen, indem wir selbstorganisierten Austauschen und gegenseitige Unterstützung ermöglichen.

Für ältere ehemalige Heimkinder entsteht im Alter die „Bedrohung“ einer erneuten Heimunterbringung – jetzt im Alters- oder Pflegeheim. Über diese Ängste kam man sich vielleicht, nur, auf jeden Fall besser mit ebenfalls Betroffenen austauschen.

Der individuellen Aufarbeitung durch die betroffenen ehemaligen Heimkinder kommt eine besondere Bedeutung zu. Viele der ehemaligen Heimkinder haben einen großen Bedarf, ihre oft traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten und – soweit möglich – ihren Frieden mit ihrer Zeit im Heim zu finden. Neben den konkreten Heimerfahrungen sind hier auch Fragen wie „Warum bin ich ins Heim gekommen?“ oder „Wieso haben mich meine Eltern weggegeben?“ bedeutsam. Es geht also nicht nur um den konkreten Heimaufenthalt, sondern auch um biographische Entwicklungen, Lebensbrüche und deren Rekonstruktion sowie den Wunsch, ernst genommen zu werden. Dies führt automatisch zu Biographie-Arbeit im Rahmen der Selbsthilfegruppe.

Selbsthilfe ist eine freiwillige, unentgeltliche, auf die Solidarität Gleichbetroffener beruhende Hilfeleistung. Wichtige Stichworte in der Selbsthilfe sind Freiwilligkeit, Selbstbetroffenheit und Selbstbestimmung. Da die Teilnehmer ‚Experten in eigener Sache’ sind, ist der Austausch häufig sehr erfolgreich (Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, 2009). Solche Zusammenhänge sind daher ausdrücklich zu unterstützen und in die Überlegungen mit einzubeziehen….

 (Auszug aus „Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung“  Expertise im Auftrag des Runden Tisches Heimerziehung von Silke Brigitta Gahleitner)

Ernst-Christoph Simon (Dipl. Betriebswirt, ehemaliges Heimkind)  Mitglied im begleitenden Arbeitskreis ehemalige Heimkinder beim LVR), und Prof. Uli Deller, und weitere möchten ein Forum von Gesprächen bzw. Gesprächskreisen, Beratung und Hilfen in Form eine Selbsthilfegruppe in der Städteregion Aachen anbieten.


Blog

Selbsthilfegruppe in Städteregion

Das Selbsthilfebüro der StädteRegion Aachen , A 53.5 Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst hat in seinen News folgende Hinweise und in der Datenbank der Städteregion veröffentlicht: Ehemalige Heimkinder Hilfe für Betroffene Ernst Christoph Simon weiß, wovon er spricht. Er und sein Bruder waren nur zwei der fast 800.000 Kinder, die zwischen 1949 und 1975 in deutschen Heimen …

Kontakt

Selbsthilfegruppe ehemaliger Heimkinder in der Städteregion Aachen
c/o Der Kinderschutzbund e.v Würselen
Bardenberger Str. 1
52146 Würselen

Email: info@sehka.org

Telefon 02405/ 426831
Sprechen sie gerne auf den Anrufbeantworter, wir rufen sie umgehend zurück.

Ansprechpartner:

Ernst Christoph Simon in Würselen


Prof. Ulrich Deller , Aachen

Weiterer Kontakt über den Kinderschutzbund: Lars Abelshausen Tel. 02405 426831